In wie viele Sprachen solltest du deine Videos übersetzen?
Drei funktionierende Strategien: den eigenen Analytics folgen, dem Geld folgen oder alles abdecken. Was jede in Punkten kostet und wann du zur nächsten wechselst.
Teil des Leitfadens: YouTube-Lokalisierung: der komplette Leitfaden
Die richtige Antwort hängt davon ab, was du lernen willst, nicht von deinem Budget. Zehn Sprachen testen eine Hypothese, zwanzig decken die großen Märkte ab, hundertsiebzig räumen die Frage komplett vom Tisch. Hier sind die drei Strategien, was jede kostet und die Signale, dass es Zeit für die nächste ist.
Warum «in alles übersetzen» nicht immer der beste Start ist
Technisch ist es nicht schwerer, ein Video in jede Sprache zu übersetzen, die YouTube akzeptiert, als in fünf: Der Lauf ist derselbe, nur der Punkteverbrauch unterscheidet sich. Aber die Vollabdeckung hat versteckte Kosten: Du erfährst nicht, welche Märkte reagiert haben. Der Zuwachs verteilt sich über Dutzende Länder, und die Analytics sagen «besser», ohne zu sagen, wo.
Für einen Kanal mit lebendiger Statistik empfehlen wir deshalb, schmal zu starten und auf Datenbasis zu erweitern. Für ein Archiv, das seit Jahren unübersetzt herumliegt, dreht sich die Logik um: Die Vollabdeckung lohnt sich sofort, denn diese Videos kosten in der Produktion nichts mehr.
Strategie 1: den Analytics folgen, 5–10 Sprachen
- Öffne YouTube Studio, Analytics, Aufrufe nach Ländern für die letzten 90 Tage.
- Notiere die Länder, die dich schon ohne jede Übersetzung schauen. Das ist belegte Nachfrage, keine Hochrechnung.
- Ordne jedem Land eine Sprache zu. Regionale Varianten lässt du vorerst weg.
- Ergänze zwei oder drei Schwergewichte, die auf deiner Liste fehlen: Hindi, Spanisch, Portugiesisch.
Das landet meist bei 5–10 Sprachen. Zwei Monate später zeigen die Analytics, welche gezündet haben, und die zweite Welle wählst du mit offenen Augen.
Strategie 2: dem Geld folgen, 6–8 Sprachen
Ist das Ziel Umsatz statt Reichweite, ändert sich die Liste: Deutsch, Japanisch, Französisch und Koreanisch sitzen in teuren Werbemärkten mit moderaten Publikumszahlen. Hindi, Indonesisch und Portugiesisch sind pro Aufruf billig, aber riesig. Der Mix, bei dem die meisten Kanäle landen, ist halb und halb: drei hochwertige Sprachen plus drei volumenstarke, und nach zwei Monaten vergleichst du den Umsatz, nicht die Aufrufe.
Die komplette Aufschlüsselung, was jede Sprache bringt, steht im Ranking der Top 20 Sprachen, und warum veröffentlichte CPM-Zahlen sich widersprechen, behandelt CPM nach Sprache.
Strategie 3: Vollabdeckung
Alle Sprachen auf einmal ergeben in zwei Fällen Sinn. Erstens: Content, der ohne Sprache funktioniert, wo der übersetzte Titel die einzige Barriere ist und ein falscher Tipp nichts kostet. Zweitens: ein einmaliger Durchgang durchs Archiv, wo das Ziel kein Experiment ist, sondern «alles auffindbar machen».
Was es kostet, in Punkten
Eine Sprache für Titel und Beschreibung kostet 1 Punkt. Untertitel in derselben Sprache kosten 1 weiteren. Der Verbrauch hängt an der Zahl der Sprachen, nicht an der Länge des Videos.
| Umfang | Nur Titel | Mit Untertiteln | Basic-Paket reicht für |
|---|---|---|---|
| Video in 10 Sprachen | 10 Punkte | 20 Punkte | 150–300 Videos |
| Video in 20 Sprachen | 20 Punkte | 40 Punkte | 75–150 Videos |
| Video in 100 Sprachen | 100 Punkte | 200 Punkte | 15–30 Videos |
Die Pakete sind einmalig, kein Abo: €15 für 3.000 Punkte, €40 für 10.000, €80 für 22.000, Preise zzgl. MwSt. Die Punkte verfallen nicht.
Signale, dass es Zeit zum Erweitern ist
- In deinen Analytics tauchen Länder auf, die vor der Übersetzung nicht da waren: Der Mechanismus funktioniert, ergänze die Nachbarsprachen der Region.
- Eine Sprache hat einen überproportionalen Zuwachs gebracht: Decke ihren Markt vollständig ab, Untertitel eingeschlossen.
- Der Zuwachs ist überall gleichmäßig klein: Dann ist das Thema die Grenze, nicht die Sprachliste. Die Liste zu verlängern ändert daran nichts.
Eine Grenze klar benannt: Übersetzte Titel und Beschreibungen wirken in Suche und Empfehlungen innerhalb von YouTube. Die Videoseite liefert Google weiterhin den Originaltitel, miss den Effekt also in den Studio-Analytics über die Zuschauergeografie, nicht in Web-Suchrankings.
