YouTube CPM nach Sprache: warum die veröffentlichten Zahlen sich widersprechen
Öffentliche CPM-Tabellen nennen für Australien $39 und für die USA $14 im selben Jahr. Warum sie abweichen, was trotzdem gilt und wie du deine Zahl findest.
Teil des Leitfadens: YouTube-Lokalisierung: der komplette Leitfaden
Such nach YouTube-CPM-Raten und du findest selbstbewusste Tabellen. Eine setzt Australien mit $39,83 auf Platz eins, die USA mit $36,03 dahinter. Eine andere, im selben Jahr erschienen, führt die USA mit $14,67 an, Australien mit $13,30. Gleiche Plattform, gleicher Zeitraum, Zahlen mit dem Faktor drei dazwischen.
Keine der beiden lügt. Sie messen verschiedene Dinge, und zu verstehen, welche was misst, ist nützlicher, als sich eine zum Glauben auszusuchen.
Warum die Tabellen sich widersprechen
- CPM und RPM werden vermischt. CPM ist, was Werbetreibende pro tausend Einblendungen zahlen. RPM ist, was nach YouTubes 45-%-Anteil und nach Einrechnung unmonetarisierter Aufrufe beim Creator ankommt. RPM ist immer die kleinere Zahl, und Artikel etikettieren regelmäßig die eine als die andere.
- Die Nische erdrückt die Geografie. Finanzen und B2B-Software können im selben Land das Zehnfache von Entertainment zahlen. Eine Tabelle mit einer Zahl pro Land hat das stillschweigend weggemittelt.
- Die Saison zählt mehr, als die meisten Rankings zugeben. Q4-Raten liegen weit über den Januar-Raten. Ein im Dezember erhobener Datensatz und einer aus dem Februar werden nie übereinstimmen, und selten steht dabei, wann erhoben wurde.
- Verzerrte Stichprobe. Die meisten öffentlichen Tabellen stammen von Kanälen, die ihre Dashboards freiwillig geteilt haben: eine selbstselektierte Gruppe, meist aus der Nische des jeweiligen Publishers.
Die praktische Schlussfolgerung: Behandle veröffentlichte CPM-Zahlen als Rangfolge, nicht als Beträge. Die Reihenfolge der Länder ist über die Quellen hinweg ziemlich stabil, auch wenn die Zahlen es nicht sind.
Was über alle Quellen hinweg gilt
| Stufe | Typische Spanne pro 1.000 Einblendungen | Beispiele |
|---|---|---|
| Stufe 1 | $15–40 | USA, Australien, Kanada, Großbritannien, Schweiz, Norwegen |
| Stufe 2 | $3–15 | Deutschland, Frankreich, Japan, Südkorea, Spanien, Italien |
| Stufe 3 | unter $3 | Indien, Indonesien, Brasilien, Vietnam, Philippinen |
Leg das neben die Publikumszahlen und die Spannung ist offensichtlich: Die Länder mit den größten YouTube-Publikumszahlen sitzen in der billigsten Stufe, und die teure Stufe ist klein. Indien hat rund 491 Millionen Zuschauer zu Stufe-3-Raten; Australien hat unter 20 Millionen zu den höchsten Raten der Plattform.
CPM gehört zu Ländern, nicht zu Sprachen
Das ist der Teil, den die meisten Artikel über «CPM nach Sprache» falsch machen. Werbetreibende kaufen Publikum in Märkten, und die Raten setzt der Markt. Eine Sprache ist ein Stellvertreter für eine Gruppe von Ländern, und wie gut dieser Stellvertreter funktioniert, schwankt enorm.
| Sprache | Warum der Stellvertreter funktioniert oder scheitert |
|---|---|
| Japanisch | Fast perfekt: eine Sprache, ein Markt, eine Rate. |
| Deutsch | Gut: Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen alle in der mittleren bis hohen Stufe. |
| Spanisch | Schwach: Spanien und die USA liegen weit über Mexiko, Argentinien und Kolumbien, und das Publikum sitzt überwiegend in den billigeren Märkten. |
| Englisch | Am schlechtesten: Es umspannt gleichzeitig die bestbezahlten Märkte und die größten Billigmärkte. |
«Deutsch zahlt besser als Spanisch» ist also eine Abkürzung, die zufällig stimmt, während «Englisch zahlt $30» nahezu bedeutungslos ist, solange man nicht weiß, aus welchen Ländern die Aufrufe kamen.
Zwei Strategien, beide vertretbar
Umsatz zuerst. Lokalisiere vor allem anderen in Deutsch, Japanisch, Französisch und Koreanisch. Kleinere Publikumszahlen, aber jeder Aufruf ist ein Mehrfaches wert, und der Wettbewerb um diese Zuschauer ist dünner als im Englischen.
Reichweite zuerst. Lokalisiere in Hindi, Portugiesisch, Indonesisch und Spanisch. Die Raten sind niedrig, die Volumina riesig, und das Wachstum passiert dort und nicht in gesättigten Märkten.
Der Mischansatz, bei dem die meisten Kanäle landen: drei hochwertige Sprachen plus drei volumenstarke, nach zwei Monaten die Analytics lesen und die Daten den Streit entscheiden lassen. Die sortierte Auswahlliste steht in den Top 20 Sprachen für YouTube-Lokalisierung.
So bekommst du eine Zahl, die wirklich deine ist
- YouTube Studio, Analytics, Umsatz, dann zu RPM nach Geografie scrollen.
- Notiere deine Top-5-Länder nach Umsatz, nicht nach Aufrufen: Das ist meist nicht dieselbe Liste.
- Teile in jedem Land den Umsatz durch die Aufrufe, um zu sehen, was dir ein Zuschauer aus diesem Markt konkret wert ist.
- Diese Zahl schlägt jede veröffentlichte Tabelle, denn sie spiegelt deine Nische, deine Saison und dein Publikum.
Ein Vorbehalt zu Lokalisierung und Umsatz. Übersetzte Metadaten machen ein Video in einem Markt auffindbar; sie bringen Werbetreibende nicht dazu, darauf zu bieten. Hat dein Thema in Deutschland keine Werbenachfrage, bringt ein deutscher Titel deutsche Zuschauer in deutschen Volumina und Stufe-3-Umsatz. Reichweite kommt zuerst, die Monetarisierung folgt dem Thema.
Quellen
- CPM-Zahlen: öffentliche Zusammenstellungen von 2026, aus den oben genannten Gründen bewusst als Spanne zitiert statt als Wert.
- Publikumsgrößen: DataReportal, Zahlen für Januar 2025.
- Stufengrenzen: konsistent über die geprüften Quellen hinweg, deshalb als Bänder angegeben.
- Geprüft am 25. August 2026.
